INNSBRUCK · TIROL
Liebe Frau Bader,
ich komme erst jetzt dazu, Ihnen ein paar Zeilen zu schreiben. Leider bin ich mit der Arbeit grad sehr eingedeckt. Ich möchte gerne versuchen, zusammen zu fassen, wie das bei uns abgelaufen ist bzw. abläuft.
Auf was kommt es bei einer sehr scheuen Katzen an?
Als Elvira (6 Jahre alt) zu uns kam, verbrachte sie die ersten Tage im allerletzten Winkel des Abstellraumes und kam nur am Abend zum Fressen heraus. Nach einer Woche lief sie geduckt durch die Wohnung, immer in sicherer Entfernung zum Sofa, wo sie sich verstecken konnte. Ihr nahe kommen oder gar angreifen, kam absolut nicht in Frage.
Vermutlich ist jede Katze etwas anders, aber eines muss man sich immer vor Augen halten: Sie faucht nur, weil sie Angst hat und nicht, weil sie einen nicht mag! Fauchen und Flucht sind ganz normal – man darf nichts anderes erwarten. Man muss behutsam vorgehen. Ich persönlich habe gerade vor älteren Katzen sehr viel Respekt, sie haben schon viel erlebt, oft schon Junge zur Welt gebracht und aufgezogen. Da aber auch von nichts nichts kommt, ist es meines Erachtens wichtig, dass man sich um die Katze bemüht. Leises Reden mit der Katze, dabei nicht in die Augen sehen – ich sehe einfach auf die Vorderpfoten -, das Interesse wecken – und sei es mit einer Katzenknabberstange – warum nicht, wenns hilft, Vertrauen aufzubauen.
Die ersten Schritte sind ganz klein und es gibt oft Rückschritte, aber irgendwann werden die Schritte immer größer – es ist ein gegenseitiges aufeinander Zugehen. Man darf nur nicht die Geduld verlieren – und es ist wunderschön!
Elvira kann heute – ca. 5 Monate später – gar nicht genug vom Graulen bekommen und schnurrt, was das Zeug hält. Dennoch, man muss sie immer „fragen“, ob man sie angreifen darf. Manchmal faucht sie auch noch, wenn man zu knapp an ihr vorbei geht – vielleicht hat sie einfach Angst, dass man sie übersieht und drauf steigt. Spricht man sie nämlich an, kann man ruhig vorbei gehen.
Fazit ist, wir haben Elvira sehr in unser Herz geschlossen und freuen uns, wenn sie Abends neben uns auf dem Sofa liegt oder sich wohlig in der Sonne ausstreckt. Ich glaube, sie ist ganz gern bei uns. Sie ist aber auch eine ganz „einfache“ Katze, geht immer aufs Kisterl und ist sehr reinlich. Auch die Küchenkastel werden nicht mehr so oft besucht und das Ausgraben von Blumentöpfen haben wir ganz einfach unterbunden, in dem wir große Steine in die Töpfe gelegt haben, was nebenbei auch noch schön aussieht.
Vor kurzem hatte sie eine Phase, wo ihr die Ohren sehr zu schaffen gemacht haben. Ich wollt schon fast zum Tierarzt gehen mit ihr, aber jetzt ist es wieder besser und ich würde damit gerne noch etwas warten, weil aufheben ist noch gar nicht drinnen – und Ohren eintropfen mag ja wirklich überhaupt keine Katze.
Die Augen rinnen nicht übermäßig stark, das Maul innen sieht gut aus, ein wenig Akne am Unterkiefer nehmen wir in Kauf. Sie hat gewichtsmäßig etwas zugelegt, aber es sei ihr vergönnt. Sie spielt ab und zu – dann aber mit unglaublich viel Enthusiasmus! Sie hängt sich mit allen vier Pfoten seitlich auf den Kratzbaum, Ohren angelegt und beißt rein. Oder sie jagt eine der Stoffmäuse durch die ganze Wohnung und tragt sie im Maul herum, was wirklich köstlich aussieht!
Sie kratzt nicht, sie beißt nicht – sie hat einen ganz sanftmütigen Charakter.
Sie können uns gerne mal besuchen kommen, aber bitte vorher anrufen, weil wir nicht immer da sind (außerdem können wir dann noch ein bissl aufräumen J).
Schöne Grüße, Christina Schwann.
Leben mit einem behinderten Tier?
Bild links unten: Blacky liebt es auf seinem erhöhten Schlafplatz zu liegen und über alles
Übersicht zu haben.
Bild rechts unten: Blacky, auf dem Balkon mit seinen Kollegen.
Bild links oben:Er hat einen leicht erhöhten Essplatz, somit funktioniert auch zu den Essenszeiten alles perfekt.
Bild rechts oben: Blacky hat einem eigenen Katzenbuggy für ausgedehnte und lustige Spaziergänge
Oft stellt sich die Frage, ob das Leben für ein behindertes Tier lebenswert ist? Zu schnell entschließt man sich manchmal zu Euthanasie.
Blacky ist nun ein Jahr bei uns und unserer Katzenbande. Er ist querschnittgelähmt (vermutlich Verletzung durch ein gekipptes Fenster durch das er hinaussteigen wollte). Dann wurde er noch auf einer dunklen, regennassen Straße angefahren. Erfreulicherweise hat ihn eine Tierfreundin geborgen und zur Tierärztin gebracht.
Blacky kann seine Hinterbeine nicht bewegen und die Blase muss regelmäßig ausgedrückt werden.
Blacky (oft nennen wir ihn auch Mandi) gibt viel Liebe und Dankbarkeit zurück. Wir lieben ihn über alles und freuen uns täglich wieder neue Seiten an ihm kennenzulernen. Hoffentlich kann er noch lange bei uns leben.
Also: Ja zum Leben mit einem behinderten Tier!
Liebe Grüsse an alle
BLACKY und Gabi
Als eine "sehr nette Familie",


so würde man sie wohl nennen, uns bat ihr Meerschweinchen doch mal zum Arzt mitzunehmen, holten wir das Tier ab und mussten mit Entsetzen feststellen, dass dieses arme Tier nicht einmal annähernd artgerecht gehalten wurde.
Es wurde als Kinderspielzeug angeschafft. 6 Jahre Einzelhaft in einem kleinen Käfig, keine artgerechte Fütterung, die Nägel des Tieres ringelten sich wie Schnecken am Ende der wunden Füßchen. Die Augenlieder konnte es vor Austrocknung ebenfalls nicht mehr bewegen.
Das schlimmste war jedoch die MADEN die aus dem After des Tieres krochen. Man kann sich kaum vorstellen, was dieses arme Tier an Schmerzen erdulden musste. Trotz schlechtester Prognosen unserer Tierärztin fütterten wir Maunzi alle 2 Stunden und versuchten ihm noch ein angenehmes, schönes Leben zu bieten.
Aber nach 2 Tagen gab Maunzi auf. Er hatte keine Kraft mehr und verstarb. Die Qualen waren zu groß. Maunzi, das so viele Jahre als Spielzeug diente, hatte genug von dieser Welt. Es tut mir unendlich weh, dass dieses arme Schweinchen so ein leidvolles Leben leben musste.
Bitte, bitte, kaufen sie nie ein Tier als Spielzeug für ihre Kinder!!!
Traurige Grüsse
Gabriele Bader
UNSER LEBEN IST ETWAS GANZ BESONDERES!
Immer wieder suchen Tiere mit besonderen Ansprüchen nach einem besonderen Zuhause:
Wenn „Flöckchen“, ein süßes grau-weißes Kätzchen, durch die Wohnung tobt, dann denkt man nicht in Traum daran, dass die Kleine ihr neues Zuhause noch nie mit eigenen Augen gesehen hat. Trotz ihrer Blindheit, findet sie sich sehr gut zurecht, und ist der ganze Stolz ihrer neuen Familie. Wie jede junge Katze geht sie auf Entdeckungstour im Wohnzimmer, lernt jeden Tag neue Dinge und hält ihre Besitzer auf Trab.
Auch wenn sie ein wenig mehr Zeit für die Erkundung ihres Kratzbaumes gebraucht hat, als andere Katzen, ist „Flöckchen“ inzwischen doch eine begeisterte Kletterin. Besonders gerne tobt sie mit ihrem Spielgefährten „Blacky“ durch die Wohnung. Und wenn sie dann müde ist, schmiegt sie sich auf der Couch an die Menschen, die ihr - trotz ihrer kleinen Behinderung - ein so schönes Leben ermöglichen.
Im Zuge unserer Arbeit nehmen wir immer wieder Tiere auf, die aufgrund einer angeborenen Behinderung, eines Unfalles, schlechter Haltung oder ihres Alters spezielle Zuwendung benötigen. Wunderbarerweise geben sie sehr viel zurück: Sie sind oft ganz besonders anhänglich und verschmust und sie scheinen zu spüren, dass wir es gut mit ihnen meinen.
Nicht alle von ihnen haben wie „Flöckchen“ das Glück, dass sie - mit ein klein wenig Unterstützung - ein „ganz normales“ und langes Leben vor sich haben. Es gibt auch Tiere, deren Lebenstage gezählt sind. Und gerade dann wird jeder einzelne Tag zu etwas ganz Besonderem. Am Besten ist es für solche Tiere natürlich, wenn sie ihre begrenzte Zeit in einer geschützten Umgebung mit einfühlsamen Besitzern verbringen können. Gerade diese Tiere haben sich ein liebevolles Zuhause verdient und warten bei uns oft sehnlich auf „ihren Menschen“.
Es gibt jedoch auch viele Tiere, die sich schon mit sehr viel weniger zufrieden geben. Dem Kaninchen „Hoppel“ wären seine „Hasenzähne“ fast zum Verhängnis geworden. Er ist beinahe verhungert, weil er vor lauter Schmerzen nicht mehr fressen konnte. Dabei hätte ihm das ganze Leid erspart bleiben können, wenn seine früheren Besitzer sich nur alle paar Monate die Zeit für einen kurzen Tierarztbesuch genommen hätten. Denn wie viele seiner Artgenossen hat „Hoppel“ eine Zahnfehlstellung, so dass seine Zähne bei fehlender Betreuung immer weiter wachsen, bis sich die scharfen Spitzen in die Wangen bohren.
Dabei sollte es für einen verantwortungsvollen Tierhalter eine Selbstverständlichkeit sein, seinen Schützling regelmäßig einem fachkundigen Tierarzt vorzustellen. Dieser kann eine Fehlstellung leicht erkennen und eine einfache Routinebehandlung - die allerdings alle paar Monate erfolgen muss – ermöglicht dem Kaninchen ein glückliches und langes Leben!
Einige unserer Tiere warten sehnsüchtig auf Sie, wenn Sie zu den Menschen gehören, die die Verantwortung für ein Tier übernehmen möchten, das manchmal auf die Hilfe von Zweibeinern angewiesen ist, um sich wohl zu fühlen und ein artgerechtes, erfülltes Leben zu führen!
